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Newsletter Nr. 0601:
Personalverwicklung ade
(Kurzfassung)
Text: Frank H. Sauer und Dorthe Hoffmann von DA VINCI 3000 – The Academy
for Business & Life
Viel wurde geschrieben über den idealen Weg Mitarbeiter zu motivieren,
sein Personal zu führen und ein idealer Chef zu sein. Soft skills eben,
wie der Fachmann sagt. Sicher liegt das daran, dass es der Traum einer
jeden Führungskraft ist, wenn die Seinen wie ein
Uhrwerk funktionieren. Die
Berater sowie die sich als Coach
umfunktionierten Ex-Theoretiker haben erkannt, dass man dort am meisten
Geld verdienen kann, wo es dem Patienten am ärgsten weh tut. Darum wird
weiter geschrieben, abgeschrieben, verschlimmbessert und geratschlagt.
Was hat sich in den letzten Jahren verändert? Nicht viel! Woran liegt
das? Nun, es liegt an der gleich gebliebenen
Geisteshaltung und dem
Wertesystem innerhalb von Unternehmenskulturen.
Eine stark vermutete Erkenntnis wäre in diesem Zusammenhang, dass sich
der Mensch nicht und niemals verändert. Nicht weil er nicht will,
sondern weil er eben nun mal so ist, wie er ist.
Die meisten (tatsächlich nicht alle) Publikationen zu diesem Thema sind
an eben diesem vorbei. Also Schrott - leider. Nicht nur das Ergebnis
gibt uns Recht, sondern auch die extremen
Mühen, die alle Beteiligten in
diesem Veränderungsprozess haben. Der angeborenen
Intuition eines denkenden
Menschen ist bekannt, dass dort, wo viele Mühen benötigt werden,
irgendetwas anderes, als das gerade anvisierte, nicht stimmig ist. Da
wir aber keine andere Lösung haben, mühen wir uns weiter. Solange bis
wir sagen können, wir haben ja doch Recht gehabt.
Die Kultur zu sein, zu
führen, zu managen und zu arbeiten ist mit vielen Werten besetzt, die
wir im Laufe unseres Lebens gelernt und geerntet haben. Dabei haben wir
viel Brauchbares etabliert aber auch viel scheinbar Gutes im Sog mit
aufgenommen.
Wo ist denn nun die ultimative Lösung,
nach der alle suchen? Die unbequeme Antwort lautet: Die gibt es nicht.
Es wird also komplex. Keine Angst, denn komplex heißt nicht kompliziert.
Eine Lösung – und das kennen wir noch aus dem Chemieunterricht – ist
etwas, das aus mindestens zwei Substanzen besteht, die sich molekular
miteinander vermischt haben. Somit ist etwas Neues entstanden, das
andere Eigenschaften besitzt. Wir brauchen im Zusammenhang mit
menschlichen Individuen
keine Lösung, sondern eine Entwicklung, die völlig anderer Denk- und
Herangehensweisen bedarf.
Die meisten Personal-Management-Spezialisten sprechen richtiger Weise
von Personalentwicklung. Eine
Entwicklung hat mit Wachstum zu tun, wobei die Potentiale im
inneren Kern liegen, der sich dann zu etwas Großem entwickeln kann. Ein
Wunderbares Wort, das man auch als
Freilegen des Eigentlichen oder Herausholen des Wesentlichen
definieren kann.
Nach einigen Überlegungen, jahrelangen Beobachtungen und Befragungen
kamen wir zu dem Schluss, dass der Mitarbeiter oder Dienstleister als
Output nichts anderes möchte als
Anerkennung, der Chef oder Verantwortliche
Kontrolle und der Investor oder
Gesellschafter Geld. Alles im
positiven Sinne – versteht sich.
Lasst uns also den Spieß umdrehen und versuchen wir es mal mit
nachstehender Methode. Sie ist im Grunde einfach anzuwenden, da die dazu
benötigten Fähigkeiten in unserem Kern verankert sind:
1.
Zug um Zug abschaffen, was Motivation
verhindert; de-motivierendes beseitigen - konsequent.
2.
Anerkennen; wahrnehmen und kommunizieren. Sachlich korrekt
und klar formuliert.
3.
Den Mitarbeiter regelmäßig über sich selbst nachdenken lassen und
Feedback über seine Wirkungsweise geben.
4.
Gute Strukturen schaffen. Jeder hat den für ihn am besten geeigneten
Posten, kennt das Postenziel und weiß, was die anderen tun sowie erhält
Anerkennung für persönlichen Fortschritt und besondere Fähigkeiten.
5.
Chefs machen nie die Arbeit eines Mitarbeiters.
6.
Chefs coachen Mitarbeiter und lassen sich selbst coachen.
7.
Das Unternehmen oder die Abteilung hat klare Ziele.
8.
Wir nehmen das Meiste gelassen und sind konsequent in der
Abarbeitung unserer Planung.
9.
Was uns noch so einfällt, weil es unserem Wertesystem
entspricht.
Hört sich kompliziert an? Nein, das ist es nicht. Es ist lediglich
komplex. Komplexe Dinge werden einfacher, wenn man Sie von Oben
betrachtet. Dafür bedient man sich der Methode Coaching.
Entweder man besorgt sich einen guten Coach oder man lässt sich selbst
zum Coach ausbilden.
Noch ein paar Worte zu Mitarbeitern. Mitarbeiter sind Menschen. Menschen
sind einfach, wenn man sie versteht, man versteht sie, wenn man zuhört,
zuhören ist einfach, wenn man sich interessiert. Der Schlüssel ist also
Interesse – ehrliches wahres Interesse. Das ist wiederum einfach, wenn
man ausgeglichen ist, was man ist, wenn sich jemand für
mich interessiert. Dort setzt
Coaching quasi flächendeckend an.
Mitarbeiter sind, wie der Chef selbst, jeweils ein
ICH. Mit allen Vor- und
Nachteilen. Wenn der Chef ein TEAM
bauen kann, dann ist er ein Held. Ein Held, von denen wir in der heute
scheinbar aufgeklärten Welt viele brauchen.
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